Therapieform

 

Psychotherapie - Körperpsychotherapie​

„Bitte kommen Sie und nehmen Sie Ihren Körper mit, Sie werden ihn brauchen, der Kopf allein genügt nicht“, sage ich  meiner Klientin, die ich vom Wartezimmer in den Praxisraum begleite.

Körperpsychotherapie, ein ganzheitlicher Ansatz

 

Wer sich als Körperpsychotherapeut versteht, sieht den Menschen in seiner Ganzheit:

Als denkendes, fühlendes, handelndes Wesen, das zusammen mit andern Mitmenschen und Lebewesen in einer Welt lebt. Er nimmt sein Gegenüber als ganzen Menschen wahr, sozusagen seine Hardware (der grobstoffliche Körper) in Einheit mit seiner Software (die feinstoffliche Seele, der Geist, die Gefühle).

 

Was an einem Menschen zuerst auffällt ist seine körperliche Gestalt. Der Körper scheint wichtig zu sein. Das vergessen wir dann, wenn wir unser Denken zu sehr betonen.

Denkvorgänge und Gefühle ohne Körper sind schwer vorstellbar. Wie würden Sie sich ausdrücken? Wie könnten Sie sich wahrnehmen? 

Wir können unseren Körper mit einem Saiteninstrument vergleichen. Der Klangkörper einer Gitarre verstärkt, was ihm die Saiten erzählen, er bringt sie zum Klingen. Wir können gut hören was sich in unserem Innern abspielt, wenn der Körper Rückmeldung gibt. Er meldet Glück, Sättigung, Überanstrengung, Unbehagen, Schmerz, Verzweiflung. 

 

Zupfen Sie an einer leeren Saite, hören Sie praktisch nichts.

 

Denken und Fühlen nehmen wir körperlich wahr. Es gibt Gedanken, die machen uns froh, andere bereiten Unwohlsein. Die körperlichen Auswirkungen unseres Fühlens und Denkens, strahlen wiederum zurück und beeinflussen unser Handeln und bestimmen von neuem, wie wir uns fühlen und was wir davon halten, also wie unsere Gedanken aussehen.

Dieser Kreislauf beeinflusst alle Ebenen unseres Seins.

Ob wir krank sind oder eher gesund, ob wir uns mit unserer Umgebung vertragen,  andere Menschen mögen oder nicht ausstehen können. Zufriedenheit fängt im eigenen Körper an.

Fühlen wir uns krank, durch unerklärliche Schmerzen, zutiefst deprimiert und müde oder hat Angst in unserem Leben Überhand genommen, sodass wir nicht mehr richtig essen und arbeiten können, keine Freude mehr empfinden, dann erzählt uns unser Körper etwas darüber wie wir im Leben stehen, wie wir unsere Situation einschätzen und wohin unsere Befürchtungen driften. 

Psychotherapie soll nicht vor allem in den Gedanken, im Kopf stattfinden. Im Kopf können wir Gefühle analysieren und allenfalls etwas davon verstehen. Zu den Geschichten, die uns der Körper erzählt, kommen so aber nie.

 

Die Sprache des  Körpers ist vielfältig: Im Tanz können die Füsse dem Ausdruck geben wovon der Kopf nichts  oder wenig weiss.  Die Hände können in einer oder mehreren Zeichnungen aufs Papier bringen wozu Worte nicht in der Lage waren. Im Rollenspiel kann mir ein wichtiger Mensch verständlich werden zu dem ich über Jahre keinen Zugang hatte.

 

Körperpsychotherapie kommt mit wenig Berührung oder gar ohne aus. Sie achtet auf den Fluss von Gedanken, Gefühlen, von Energie und auf die Körperreaktionen. 

Durch die Wahrnehmung dieses Flusses machen wir auf direkte Weise Bekanntschaft mit uns selbst, wir werden uns verständlicher und kommen uns näher.

In dem warmen, vertrauten Gefühl, das dabei aufkommen kann, fühlen wir uns  zeitweise ganz eins mit uns. Dieses Eins - sein nehme ich als die Seele wahr die ich bin.